Cyber Security



Cyber Security: Berlin hat Bedrohungen im virtuellen Raum fest im Blick



Hacker verursachen mit Angriffen auf IT-Systeme in Deutschland jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Ein Viertel der Berliner Unternehmen wurde nach Einschätzung der IHK Berlin bereits Opfer von Datenklau, Industriespionage und Sabotage. Der Schutz von Systemen, Prozessen, Netzwerken und Infrastrukturen mit ausgefeilten Cyber Security-Technologien ist besonders an einem IT-Standort wie Berlin unabdingbar.



Was ist Cyber Security?

Cyber Security (oder auch IT-Sicherheit) befasst sich mit dem Schutz von Informationstechnologien (physische Server, Clouds, mobile Endgeräte und vernetzte Objekte) vor Datendiebstahl und Beschädigung ihrer Soft- und Hardware. Unter den Begriff fallen neben der eigentlichen Computersicherheit auch die Wiederherstellung nach Cyberattacken und Schulungen für Endbenutzer zum richtigen Umgang mit kritischen Infrastrukturen.



Das Berliner Cyber Security-Ökosystem

Bereits seit 2002 steht Sicherheit im Cyberspace auf der Agenda des Berliner IKT-Clusters. Und schon 2011 wurde der Schutz von IT-Infrastrukturen und Unternehmensdaten in der gemeinsamen Innovationsstrategie von Berlin und Brandenburg (innoBB) als branchenübergreifendes Querschnittsthema definiert. Die 2019 fortgeschriebenen innoBB 2025 zählt IT-Sicherheit zu den Technologiefeldern mit besonders großem Innovationspotenzial in der Hauptstadtregion.

Das gilt insbesondere für die regionale Forschungslandschaft. Insgesamt forschen in Berlin und Brandenburg zehn wissenschaftliche Einrichtungen zur Digital Security, allen voran das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut (HHI). Maßstäbe setzt auch die TU Berlin mit drei Lehrstühlen zum Themenkomplex Cyber Security, nämlich Sichere und vertrauenswürdige netzangebundene Systemarchitekturen, Security in Telecommunications und Verteilte Infrastrukturen für Sicherheit. Ein weiterer Leuchtturm der Bildungslandschaft ist die Berliner Cyber Akademie, ein Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum für Informationssicherheit.

Branchenverbände treiben das Thema Cyber Sicherheit in Berlin mit Projekten, Informationsangeboten und Networking-Events voran. Zu den bekanntesten Initiativen gehören:

Der SIBB e. V., einer der DEEP TECH Berlin-Gründungspartner, richtet mit dem Forum Informationssicherheit eine eigene Veranstaltungsreihe zu Cyber Security-Technologien aus. Genauso spannend ist das regelmäßig stattfindende Berlin Cyber Security Startups and Innovation Meetup. Die IHK Berlin lädt Berliner Unternehmer monatlich zur IT-Sicherheitssprechstunde ein, bei der sie sich von Spezialisten des Landeskriminalamtes individuell beraten lassen können.



Cyber Security: Berlin bietet Lösungen

Das Fraunhofer-Institut FOKUS zählte 2018 über 250 Cyber Security-Unternehmen in Berlin. Der Branchenprimus ist die Bundesdruckerei mit fast 2.000 Mitarbeitern. Das 1879 gegründete Staatsunternehmen entwickelt heute IT-Sicherheitslösungen für Mittelständler, Behörden und Staaten auf der ganzen Welt. Ebenfalls international ausgerichtet ist der Sicherheitstechnik-Spezialist M&H IT Security. Zu seinen bekanntesten Lösungen gehört die NovaPath-Software, die Informationen und E-Mails nach Vertraulichkeit klassifiziert und so vor unerlaubten Zugriffen schützt. Zertificon Solutions entwickelt spezielle Software-Pakete für die datenschutzkonforme und rechtssichere E-Mail-Verschlüsselung. Viele weitere global aufgestellt Hersteller, Berater und Anbieter der IT-Sicherheitsbranche wie Accenture, PWC, SAP, CGI, IBM und T-Systems International unterhalten Standorte in Berlin. Neue Impulse bekommen die Konzerne von den innovativen Cyber Security-Start-ups, die sich in den letzten Jahren in der Hauptstadt gegründet haben.



Referenzstorys

NovaPath set of M&H IT Security

M&H IT Security: ZF rollt mit NovaPath die weltweit größte Installation für Informationsklassifizierung aus
ZF ist ein weltweit führender Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik sowie der aktiven und passiven Sicherheitstechnik. Das Unternehmen mit rund 135.000 Mitarbeitern an 230 Standorten in etwa 40 Ländern setzt durch die Einführung einer Klassifizierungslösung für Dokumente und E-Mails einen weiteren Baustein seiner Information-Security-Strategie um.



Roboterarme bauen ein Auto zusammen

Bundesdruckerei unterstützt Mittelstand bei Digitalisierung
Viele Jahrzehnte war die Bundesdruckerei vor allem bekannt als Hersteller von Ausweisen und Pässen, Banknoten und Briefmarken. Heute ist aus der Bundesdruckerei ein hoch modernes IT-Sicherheitsunternehmen geworden. Die Firma hat sich digitalisiert – und nutzt ihre eigenen Erfahrungen bei der Beratung anderer Unternehmen.